Baugeschichte
Dass man die Petruskirche an der selben Stelle errichtete, an der die
kleine Dorfkirche gestanden hatte, hat gute historische Gründe. Schon
im 15., vielleicht sogar im 14. Jahrhundert war hier ein Ort des Gebets.
Die Salve Regina Brüderschaft in Stuttgart hatte an dieser Stelle
eine Kapelle, um ihre Stundengebete halten zu können. Nach ihrem
Zerfall wurde sie im Jahr 1611 wieder aufgebaut. Nach der Erneuerung im
Jahr 1798 wurde 1799 ein Seitenanbau und ein Turm hinzugefügt. Das
so entstandene alte Gablenberger Kirchlein erhielt 1849 eine Weigle-Orgel,
1670 wurden in den Turm zwei Glocken und eine Uhr eingebaut. Bis 1900
ist die Kirche dann unverändert geblieben. Zum Bau der neuen Kirche,
den der Kirchengemeinderat 1699 beschlossen hat, schreibt der damalige
Stadtpfarrer Lempp:
"Durch die Vergrößerung Gablenbergs erwies sich das alte
Kirchlein als zu klein und genügte den Ansprüchen unserer Zeit
an Schönheit und Solidität und der Größe unserer
ums fünffache gewachsenen Gemeinde nicht mehr." Die Grundsteinlegung
zur neuen Kirche erfolgte am 21. Oktober 1900. Der Grundstein mit der
eingravierten Jahreszahl ist im Erdgeschoss des südlichen Treppenhauses
gut zu erkennen, in den Grundstein wurden eingemauert: eine Bibel, ein
Gesangbuch, eine Kinderlehre, ein Plan von Gablenberg und Stuttgart aus
neuester Zeit, eine Ortschronik, etliche Fotografien, Zeitungen des Tages,
sowie der Bauplan; außerdem Ähren und Wein aus dem Jahr 1899.
Man hatte sich für einen schlichten frühgotischen Baustil entschieden.
Einfach aber würdig sollte die Kirche sein. Das äußere
Erscheinungsbild ist im wesentlichen bis heute erhalten geblieben. Die
Fliegerschäden aus dem Zweiten Weltkrieg konnten zum großen
Teil behoben werden.
Bereits am 25. Juli 1948, auf den Tag genau vier Jahre nach ihrer Zerstörung
konnte in der Petruskirche wieder der erste Gottesdienst gefeiert werden.
Die endgültige Instandsetzung geschah zum 1. Oktober 1950. Freilich
war der Kirchenraum nun viel nüchterner geworden. Die ursprüngliche
Bemalung von Chordecke und Wänden konnte größtenteils
nicht gerettet werden. Das zerstörte Rippengewölbe wurde durch
eine Holzdecke in Tonnenform ersetzt. Neue Chorfenster wurden eingebaut
und die Emporenbrüstung schlichter gestaltet. Auch die alte Kanzel
mit Reliefs von Luther und Melanchthon existiert nicht mehr und wurde
durch eine neue schlichtere ersetzt.
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